Pflege

Erdmischungen

Natürlich hat jeder seine eigenen Rezepte, welche Bonsaierde am Besten für seinen Baum geeignet ist.
Eine Universalmischung, die man selbst herstellen kann und die für alle Bonsais geeignet ist, besteht aus 1 Teil Landerde, 1 Teil Torfersatz und 1 Teil Sand (2-4 mm).
 
Bei Laubgehölzen gilt grundsätzlich mehr Humus (Landerde) hinzuzugeben, Nadelgehölze brauchen Kiryuerde und Akadamaerde (50% - 50%).
 
Junge Bäume dagegen benötigen, damit sie schneller wachsen, einen leichten Boden und bekommen dementsprechend mehr Torfersatz. Grössere Bäume, wie Ahorn-Arten, die eigentlich nicht mehr gross wachsen sollten, erhalten mehr Kiryuerde und Akadamaerde (30% - 70%). Zimmerbonsai gedeihen gut in einer Mischung von 3 Teilen Akadamaerde, 5 Teilen Torfersatz und 2 Teilen Sand (Korngrösse 2-4 mm). 

Gießen

Wenn möglich, nehmen Sie kalkarmes Wasser zum Giessen - Regenwasser wäre ideal. Für Zimmerpflanzen sollte das Wasser nicht zu kalt sein.
 
Die Erde sollte nie vollständig austrocknen, sollte aber auch nicht ständig zu nass sein. Es gibt verschiedene Bewässerungsmethoden, von Wasserbad bis computergesteuerte automatische Bewässerungen. Für welche Methode man sich entscheidet hängt von der Pflanze und dem Standort ab. Ein Wasserbad empfiehlt sich nur in Notsituationen, wenn das Erdreich extrem ausgetrocknet ist und das Giesswasser nur so abperlt. Normalerweise wird mit der Giesskanne oder Ballbrause gegossen. Achten Sie beim Giessen darauf, dass der Erdball bis unten feucht wird. Bis zum nächsten Giessen sollte das Erdreich leicht antrocknen können und erst dann wird wieder gegossen.

Dünger

Da ein Bonsai nur einen Bruchteil des Erdvolumes zur Verfügung hat als ein Baum im Freien, ist eine ausreichende Nährstoffversorgung für ein gesundes Wachstum unumlässig! Der Bonsai entzieht der Erde ihr Nährstoffe, dieser Nährstoffentzug muss durch eine Düngung wieder ausgeglichen werden. Je höher der mineralische Anteil der Erde ist umso höher muss auch der Anteil organischer Substanz im Dünger sein. Ist der Anteil der Erde hauptsächlich organisch (z.B. Torf) ist eine mineralische Düngung sinnvoller.

Umtopfen

Das Umtopfen ist ein wichtiger Prozess, bei dem man inaktive ältere Wurzelteile entfernt, um die Wuchskraft der Wurzeln zu erhalten und zu intensivieren. Durch den Schnitt bilden sich neue Saugwurzeln, die es dem Bonsai ermöglichen, sich in dem durch die Schale begrenzten Wurzelraum kräftig zu entwickeln. Gutes Wurzelwachstum bedeutet neue Knospenbildung und somit ein dichteres Blattwerk.
 
Zeitpunkt :
- Wenn das Erdreich in der Schale komplett mit Wurzeln durchsetzt ist und diese an den Schalenrand zu kreisen beginnen
- Mangelerscheinungen auftreten
- Bei Wurzelfaulniss
 
Die beste Zeit umzutopfen ist für Laubbäume von März bis Ende April. Von September bis Oktober können Nadelgehölze umgetopft werden.
 
Zimmerbonsais (Indoor) können Anfang Frühjahr vor der Hauptwachstumszeit in eine neue Schale getopft werden.
 
Ein junger Bonsai mit einem Alter von etwa drei bis zehn Jahren, wird alle ein bis drei Jahre umgetopft. In der Regel werden junge oder im Aufbau befindliche Bäume in ein- bis zweijährigem Rhythmus umgetopft. 

Überwintern

An klaren, sonnigen Frosttagen dürfen die Bäume nicht an der prallen Sonne stehen, da die Möglichkeit besteht, dass die Bäume durch die zu starke Sonneneinstrahlung Risse in der Rinde bekommen. Wenn möglich sollten die Temperaturen im Winterquartier nicht über 10°C ansteigen.
Regelmässig auf Schädlinge wie Schildläuse, Wollläuse, Dickmaulrüssler und in zu warmen Quartieren auf Spinnmilben kontrollieren.
 
Einheimische Bäume leiden nicht unter den Frost, sondern laufen Gefahr, durch die Kälte unter Wassermangel zu leiden. Wenn ein Kalthaus vorhanden ist, können Sie diese Bonsais dort unterbringen. Warten Sie aber so lange wie möglich, bringen Sie Ihre Bäume nicht zu früh ins Winterquartier! Die heimischen Bäume brauchen unbedingt einige Male Frost, damit sie im Frühjahr leichter austreiben. Wenn kein Kalthaus vorhanden ist, reicht auch ein Platz unter einem Vordach und stellen Sie eine Schilfmatte davor; oder stellen Sie die Bonsais unter den eventuell vorhandenen Bonsai-Gestellen und hängen eine Plastikfolie darüber, sodass der kalte Winterwind sie nicht zu viel plagen kann. Regelmässig die Boden-Feuchtigkeit in der Bonsaischale kontrollieren. Nehmen Sie etwas Erde zwischen die Finger, Sie merken dann schnell genug, ob die Erde nass oder trocken ist. Ab Herbst muss unter Umständen wochenlang nicht oder nur wenig gegossen werden, da die Luftfeuchtigkeit enorm ansteigt. 

Das Überwintern in Räumen 

Ideal sind Ungeheizte Treibbeetkasten oder ein frostfrei gehaltenes Treibhaus/Gewächshaus. Die Temperatur darf in den Räumen nicht über 5°C steigen, da sonst die zu überwinternden Bäume austreiben. Die immergrünen Bonsais brauchen in diesen Räumen einen sehr hellen Standort. Grundregel um so wärmer um so heller.
 

Das Überwintern auf dem Balkon

Die Bonsais werden in eine Kiste mit Torfersatz eingesenkt. In den Ecken steckt man Weidenruten (od.ähnl.) damit formt man einen Bogen, darüber spannt man eine Noppenfolie. Wenn es so richtig kalt wird, machen Sie die Folien ganz zu und wenn die Sonne scheint oder die Temperatur wieder über null steigt, wird die Folie oben wieder aufgemacht damit gut gelüftet werden kann. Stellen Sie diese Ueberwinterungskiste in eine wind- und sonnengeschützte Ecke. Das Substrat und der eingesenkte Bonsai müssen leicht feucht gehalten werden.
 

Das Überwintern im Garten

Suchen Sie einen etwas vor der Wintersonne und dem Wind geschützten Platz. Vermeiden Sie Staunässe. Es wird ein Loch, etwa 15 bis 20 cm tief, ausgehoben und zur Hälfte mit Kies/splitt oder Leca-Kugelen ausgefüllt. In diese Mulde wird der Bonsai mit der Schale bis etwa 2 cm über den Schalenrand eingegraben. Kontrollieren Sie ab und zu ob der Wasserhaushalt stimmt. Bei grosser Kälte kann mit einer Schicht aus trockenem Laub rundum den Bonsai für zusätzlichen Schutz gesorgt werden.
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